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Jurgen Ostarhild
Wolkenbilder oder die Bespielung der Brodmann-Areale

30. September bis 31. Dezember 2011

Jurgen Ostarhild | Wolkenbilder oder die Bespielung der Brodmann-Areale

Fotos der Ausstellungsräume
» Fotos von Manfred Carpentier

Wolkenbilder oder die Bespielung der Brodmann-Areale

In seinen Bildern setzt sich Jurgen Ostarhild mit Fragen über Realität, Abbild, Wahrnehmung und Begrifflichkeit am Beispiel einer auf den ersten Blick so einfachen Form wie der Wolke auseinander.

In einer realen Welt sind Wolken dreidimensionale Anhäufungen von Wassertropfen und Eiskristallen in der Troposphäre. Die hier gezeigten Wolken sind noch nicht einmal Abbildungen von Wolken einer realen Welt, sondern bei den Papierbildern in Harz gehüllte und aufgesprühte Farbpigmente; bei den Videos sind es animierte Pixel, die sich über den Monitor oder die Leinwand bewegen. Zu sehen sind also keine realen Wolken oder deren Abbilder, sondern Farbpigmente und Pixel, die durch elektronische Techniken aufgrund ihrer Anordnung und ihrer Farbigkeit als Wolken „erkannt“ und bezeichnet werden.

Unsere Wahrnehmung verbindet die Erscheinung von transparenten Volumina auf blauem Hintergrund mit dem Begriff „Wolke“. Die Umsetzung eines visuellen Musters von Formen und Farben in einen konkreten Begriff geschieht in den Brodmann Arealen 18 und 19, dem sogenannten Sekundären Sehzentrum, das zu den Assoziationszentren des Gehirns gehört. Hier werden die in der primären Sehrinde analysierten Muster bereits bekannten Sinneseindrücken gegenübergestellt und gegebenenfalls (wieder)erkannt.

Ostarhilds Wolkenbilder fordern dazu auf, Inhalt, Begriff und Bedeutung nicht mehr nur im Kunstobjekt alleine zu finden, sondern sie stellen auch die Frage nach den neurobiologischen Dispositionen und Fähigkeiten des Betrachters.